Lexikon

Wiederbeschaffungsaufwand

Wiederbeschaffungsaufwand

Der Begriff Wiederbeschaffungsaufwand kommt im Haftpflichtfall (Verkehrsunfall) zum Tragen. Der sich dahinter verbirgende Betrag wird errechnet, indem man vom Wiederbeschaffungswert den Restwert  des unfallbeschädigten Fahrzeugs abzieht.

Dazu muss man zunächst Folgendes wissen:

Wenn man unverschuldet in einen Unfall verwickelt wurde, dann hat man gegen den Unfallgegner und die gegnerische Haftpflichtversicherung einen Anspruch auf Schadenersatz. Man kann alle unfallbedingten Schäden ersetzt verlangen. Es gibt jedoch eine Vielzahl von verschiedenen Konstellationen, so dass die Berechnung des Schadens nicht einfach ist. In bestimmten Konstellationen hat man als Unfallgeschädigter lediglich einen Anspruch auf den Wiederbeschaffungsaufwand. Um zu wissen, was für ein (Reparatur-) Schaden eingetreten ist, sollte man unbedingt einen freien Sachverständigen bzw. Gutachter beauftragen. Dieser erstellt dann ein Gutachten, indem die jeweiligen Werte / Beträge beziffert werden.

 

Beispiel:

Wiederbeschaffunsgwert 7.000,- €

Reparaturkosten 11.000,- €

Restwert 2.000,- €

 

In diesem Fall beträgt der Wiederbeschaffungsaufwand 5.000,- €.

 

Wie dieser Beispielsfall zeigt, ist die Berechnung des „Schadens“ nicht einfach. Hinzu kommt, dass es viele Ausnahmen gibt und man als Laie nur Fehler machen kann. Es daher dringend ein Anwalt zu beauftragen. Die entstehenden Anwaltskosten sind grundsätzlich vom Unfallgegner und der gegnerischen Haftpflichtversicherung zu tragen. Am besten man beauftragt einen Fachanwalt für Verkehrsrecht.  Allein die Tatsache, dass die Schuldfrage geklärt ist, heisst noch lange nicht, dass man als Unfallgeschädigter auch problemlos sein Geld bekommt. Es kommt häufig vor, dass die gegnerischen Haftpflichtversicherung versuchen, durch systematische Kürzungen, den Unfallgeschädigten über den Tisch zu ziehen. Hier können Sie ein Beispiel dazu lesen.

Dies gilt vor allem dann, wenn man einen Anspruch auf den Wiederbeschaffungswand hat. Hier ist Ärger vorprogrammiert. Das liegt daran, dass die Haftpflichtversicherungen versuchen, den Schaden des Unfallgeschädigten grundlos „klein zu rechnen„. Dies geschieht vor allem, in dem der Restwert in die Höhe getrieben wird, unter anderem, durch überregionale Restwertanbieter. Das ist bereits so häufig in Deutschland vorgekommen, dass einige Unfallgeschädigte sich bis zum Bundesgerichtshof „durchkämpfen bzw klagen“ mussten, um Recht zu bekommen.

Hier kann man das Problem zum Thema Restwert nachlesen.

Infolgedessen ist das „Restwertproblem“ denknotwendig mit dem Wiederbeschaffungsaufwand eng verbunden.

 

Dieser Text wurde durch die Kanzlei Schleyer erstellt.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn

Ähnliche Beiträge

  • Adhäsionsverfahren

    1. Erklärung des Begriffs Adhäsionsverfahren Das Adhäsionsverfahren bietet dem Verletzten einer Straftat die Möglichkeit, einen gegen den Beschuldigten aus der Straftat entstandenen vermögensrechtlichen Anspruch, wie zum Beispiel Schmerzensgeld oder Schadensersatz,...

  • Diebstahl bzw. Entwendung

    1. Definition des Begriffs Diebstahl Der Diebstahl ist eine Straftat, die nach § 242 StGB strafbar ist. Der Strafrahmen erstreckt sich bis auf 5 Jahre, wobei statt einer Haftstrafe auch...

  • Fachanwaltsordnung

    Fachanwaltsordnung

    1. Definition des Begriffs Fachanwaltsordnung Die Fachanwaltsordnung ist eine durch die Rechtsanwaltskammern und deren Mitglieder festgelegte Satzung, welche den Erwerb der Bezeichnung des Fachanwalts und damit verbundene Prozesse regelt. 2....

  • Altschaden

    Bei Altschäden handelt es sich um am Fahrzeug vorhandene nicht beziehungsweise unreparierte Schäden. Vor allem im Bereich der Unfallschadensregulierung kann das Vorhandensein eines Altschadens probleamtisch sein. Hierzu lesen Sie bitte...

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Facebook Like Box